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Vortrag in der Reihe „Treffpunkt Heimat“ des Vereins für Heimatkunde Wadern

Informationen

Wadern im Visier der Gestapo – Die NS-Zeit dargestellt anhand von Einzelschicksalen zwischen Überwachung und Verfolgung

Mitder Trennung des Restkreises Wadern vom Stammkreis Merzig im Jahr 1920 wurdeWadern im verwaltungstechnischen Sinne aufgewertet. Allerdings gelangte derdamit zum Regierungsbezirk Trier zählende Kreis auch bereits zwei Jahre früherunter nationalsozialistische Herrschaft. Gerade aufgrund dieser Grenzlage zumnoch unter Völkerbundsmandat stehenden Saargebiet widmete die GeheimeStaatspolizei Trier dem Restkreis Wadern, wie auch dem Kreis Saarburg,besondere Aufmerksamkeit.

Inihrem Vortrag beleuchtet Lena Haase die alltägliche, durch Grenzlagen geprägteArbeitspraxis der Geheimen Staatspolizeistelle Trier. Dabei wird insbesonderedie Anfangsphase des NS-Regimes in den Blick genommen. Im Fokus stehen die heutezur Stadt Wadern gehörenden und benachbarte Ortschaften in Grenzlage zumSaargebiet, in dem viele politische Flüchtlinge und Kommunisten aus der RegionTrier Aufnahme gefunden hatten. Kooperation und Verfolgung, die immer Hand inHand gingen, werden am Beispiel von Einzelschicksalen beleuchtet.

Insbesonderedas Schicksal eines in Losheim ansässigen, aktiven Kommunisten, der in Wadernins Visier der Behörden geriet, wird näher betrachtet: Bereits mehrfach seitder Machtübernahme in Schutzhaft genommen, wird er 1935 im KonzentrationslagerEsterwegen im Emsland interniert. An seinem Beispiel kann gezeigt werden,welche lokalen und regionalen Akteure einerseits zur Verhaftung undInschutzhaftnahme des Mannes beitrugen, welche andererseits für seine Entlassungaus dem Lager eintraten.

LenaHaase studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Trier. SeitSeptember 2017 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur fürNeuere und Neueste Geschichte. In ihrem Dissertationsprojekt untersucht sie dasVerhältnis von Justiz und Polizei im Nationalsozialismus mit einem regionalenSchwerpunkt auf dem Regierungsbezirk Trier.