11. Ein kleines Gotteshaus mit großer Geschichte

Einen besonderen Ort, und das nicht nur wegen seiner besonderen Geschichte, schlägt Marina Schwahn aus Rissenthal für unsere große SZ-Aktion „Mein Lieblingsplatz“ vor: die Urwahlener Kapelle, auch bekannt als St. Markus-Kapelle unweit des Losheimer Ortsteiles.

Das kleine Gotteshaus, Mitte der 1860er Jahre errichtet, 1868 fertiggestellt und am 31. Mai 1870 benediziert (geweiht), steht dort, wo sich einst der frühere Ort Urwahlen befand: auf einer Anhöhe etwas unterhalb des Plateaus der Wahlener Platte. Im 30-jährigen Krieg (1616 bis 1648) wurde Urwahlen von schwedisch-französischen Truppen verwüstet. Der Rest der Bevölkerung suchte im Wald und Sumpfgebiet um die heutige Kirche Schutz und siedelten dort an.
Die Urwahlener Kapelle wurde im Jahre 1868 auf den Ruinen der ehemaligen Kapelle errichtet. In einem Visitationsprotokoll von 1739 war vermerkt, dass „von der Kirche in Urwahlen nur noch Chor und Turm stehen“ und sie immer mehr verfällt. Fast alle Wahlener Handwerker haben bei dem Wiederaufbau mit Hand angelegt.
In der Urwahlener Kapelle gibt es übers Jahr verteilt mehrere geistige Angebote. Es werden dort Gottesdienste, Trauungen, Andachten und Anbetungsstunden gehalten. Besonders in den Sommermonaten kommen Betende, auch aus weiter gelegenen Dörfern, an diesen Ort. Guter Brauch, seit der Erbauung bis heute, ist die jährliche Prozession von der Wahlener Kirche St. Helena zur Markuskapelle am Markustag, 25. April. Auch an Weihnachten findet zu später Stunde eine Mette in der Kapelle statt. „Die habe ich schon mit meinen Söhnen besucht, als die noch kleine Jungs waren“, erzählt Marina Schwahn. Beinahe so charakteristisch wie die Kapelle selbst sind auch die beiden mächtigen Bäume unmittelbar neben ihr, die das kleine Gotteshaus vor Wind und Wetter schützen.
Unabhängig von ihrer spirituellen Bedeutung stellt die Markuskapelle eine unübersehbare Landmarke auf der Wahlener Platte dar. Von der Kapelle aus eröffnet sich ein schöner Blick auf den heutigen Ort Wahlen, unterhalb der Kapelle in der Talmulde gelegen.

Quelle: Saarbrücker Zeitung