Informationstafel Wolferskopf Naturschutzgebiet
Mit 337 ha ist der “Wolferskopf“ eines der größten Naturschutzgebiete im südwestdeutschen Raum. Von den über 450 Pflanzenarten am Wolferskopf stehen 54 auf der roten Liste der im Saarland bedrohten Arten.
So haben hier auch die europaweit vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke oder der sogar weltweit geschützte Feuerfalter einen sicheren Lebensraum gefunden, ebenso wie viele andere, zum Teil vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere.
Allein 30 verschiedene Orchideenarten sind am Wolferskopf zu finden. Das Übersehene Knabenkraut z.B. gibt einem kleinen Quellsumpf nationale Bedeutung. Denn nur hier und an gerade mal 2 weiteren Stellen deutschlandweit kommt es noch vor. Und auch der „Fransen-Enzian“ oder die „Gelbe Spargelerbse“ haben sich hier angesiedelt.
Zudem können hier über 60 Vogelarten beobachtet werden. Vor allem viele Hecken- und Gebüschbrüter und der der Charaktervogel des Wolferskopfes, der Neuntöter. Über 30 Paare ziehen hier ihre Jungen auf. Aber auch Grünspecht, Hohltaube oder Wendehals fühlen sich wohl.
Zuflucht am Wolferskopf haben auch zahlreiche Kleintiere gefunden. 23 Heuschreckenarten wurden gezählt, darunter die bundesweit seltenen Warzenbeißer oder der Buntbäuchige Grashüpfer. Und gut die Hälfte aller im Saarland lebenden Falterarten lieben die die Wärme und Trockenheit der Wiesen am Fischerberg, wie z. B. der Zwerg-Bläuling der Thymian-Ameisen-Bläuling oder der Kreuzdorn-Zipfel-Falter.
15 Säugetierarten und 5 Kriechtierarten – darunter die ebenfalls bedrohten Ringel- und Schlingnattern – runden das farbenprächtige Bild dieser struktur- und artenreichen Landschaft des Naturschutzgebietes ab.
Neben vielfältigen Pflanzen und Tieren bewirtschaftet hier zudem ein anerkannter Biolandbetrieb rund 15 ha Ackerland und 60 ha Wiesen. Die artgerecht gehaltenen Vogesenrinder beweiden etwa 25 ha Grünflächen und tragen damit auch zur Pflege der Magerrasen bei.
Als Zeugnis des früheren Weinanbaus an den Hängen des Wolferskopfs wurde ein Schau-Weinberg errichtet und 2.000 Streuobstbäume werden von zwei Obstbauern im Nebenerwerb bewirtschaftet. Sie liefern nicht nur Tafelobst, sie stellen auch den Rohstoff für naturtrüben Apfelsaft, Apfelessig und Apfelschnaps. Der Plan Naturschutz und Landnutzung sinnvoll miteinander zu verbinden wird durch dieses Bewirtschaftungskonzept auf hervorragende Art und Weise umgesetzt.
Seit 1988 hat der „Zweckverband Naturschutzgebiet Wolferskopf“ die Trägerschaft und somit die Verantwortung übernommen.
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